Lenkungsgremium tagte – Regionalmanager Herfellner und Landrat Adam setzten neue Ziele fest
Bei der Sitzung des Lenkungsgremiums des Regionalmanagements hatten Sebastian Bauer von der Regierung von Niederbayern und Christine Herrgott vom Bayerischen Wirtschaftsministerium viel Lob für Regionalmanager Waldemar Herfellner: „Das Regionalmanagement Regen ist ein Vorzeige-Regionalmanagement und hat Vorbildcharakter für Niederbayern“, sagte Bauer, und auch Christine Herrgott zollte Anerkennung.
Zuvor hatte Waldemar Herfellner in seinem Jahresbericht die Arbeit 2011 Revue passieren lassen. In der Regionalförderung gehöre der Landkreis Regen in den letzten Jahren im Niederbayernvergleich regelmäßig zum Spitzenfeld. „Allerdings gibt es einen Förderstau. Wir schieben in Niederbayern rund 80 Millionen beantragte Förderung vor uns her, auf die wir noch warten“, erklärte Herfellner. Das Volumen an potenziellen Leaderförderungen sei zum dritten Mal in Folge verplant, viele nachhaltige Projekte wie das Dorfgemeinschaftshaus Rabenstein und die Burgfestspiele Neunußberg würden damit angeschoben.
Technologien fördern
Neben rund 50 Betriebsbesuchen, vielen Infoveranstaltungen und Arbeitskreisen legte Herfellner vor allem Wert auf Netzwerkarbeit: Das Netzwerk Glas hat mit Günther Raith einen neuen Projektleiter, der die Arbeit mit Energie- und Technologieschulungen sowie Infoveranstaltungen zum Einkaufsmanagement vorantreiben soll. Nach sieben Jahren in Nordrhein-Westfalen hat er sich bewusst dafür entschieden, in seine Heimat, den Landkreis Regen, zurückzukehren. „Ein gelungenes Beispiel für eine gelungene Rückkehr“, freute sich Waldemar Herfellner.
Es komme mittlerweile auch immer öfter vor, dass Soldaten vor allem aus den neuen Bundesländern sich nach ihrem Dienstzeitende in Regen hier niederlassen, erklärte Landrat Michael Adam. Es gelte, künftig noch mehr Soldaten nach Dienstzeitende zu binden und für die Region als Fachkräfte zu gewinnen. Ein dringendes Ziel sei es zudem, neben dem erfolgreichen Technologiecampus Teisnach (Optik) weitere Technologietransferzentren im Landkreis zu etablieren. „Hier müssen wir klotzen“, waren er und Regionalmanager Waldemar Herfellner sich einig. In Punkto Technologie will Herfellner verstärkt Innovationsfördermittel akquirieren, die Zusammenarbeit mit Projektträgern forcieren und ein Netzwerk Stahl/Metall zu bilden. „Einige Unternehmen haben an Workshops zu Innovations- und Technologiethemen schon Interesse bekundet“, erklärte der Regionalmanager. Martin Frank, stellvertretender Geschäftsleiter der Industrie- und Handelskammer Niederbayern, empfahl, für dieses Netzwerk die bereits bestehenden „Keimzellen“ unter den Mitarbeitern der IHK einzubinden.
Energieeffizienz verbessern
Und noch ein Netzwerk soll aus der Taufe gehoben werden: Das Netzwerk Energieeffizienz, mit einer ersten Informationsveranstaltung für Betriebe am 30. Januar. Dr. Robert Hartel, Vorsitzender des Wirtschaftsforums Regen, regte an, neben der Akquisition von Fördermitteln auch private Initiativen anzustoßen.
Fachkräfte sichern
Um die Beschäftigungschancen für Arbeitslose zu verbessern, soll eine virtuelle regionale Plattform im Internet in Angriff genommen werden. Landrat Adam schlug vor, ähnliche Lösungen auch für Kinderbetreuung, Immobilien, Gewerbeflächen und Bauland zur Verfügung zustellen. Um verstärkt Frauen als Arbeitskräfte zu gewinnen, will Herfellner das Thema Familienfreundlichkeit stärker in den Fokus rücken. Zudem müssen die Unternehmen für eine Flexibilisierung der Arbeitszeiten sensibilisiert werden.
Kinder und Jugendliche begeistern
Neben den Arbeitskräften von heute kümmert sich Regionalmanager Herfellner aber auch schon um die Fachkräfte von morgen: Mit dem Projekt Pfiffikus, das gemeinsam mit der VHS Regen umgesetzt wird, sollen die Buben und Mädchen an den Grundschulen für Technik begeistert werden.
Mit den Projekten für Schüler „Karriere ohne Abi“ und Praxis-Seminaren sollen Jugendliche auf die Berufswahl vorbereitet werden. Zudem sollen Schulen und Betriebe Partnerschaften bilden. Martin Frank von der IHK sagte, bestehende Schulpartnerschaften sollten kommuniziert werden – als Motivation für weitere Zusammenschlüsse. Zudem schlug er vor, Hotel- und Gastronomiebetriebe für die Aktion „Miniköche“ zu gewinnen. Dabei sollen Kinder spielerisch an das Thema Ernährung und an die Berufsfelder Hotellerie und Gastronomie herangeführt werden. Ernst Ziegler, Leiter der FOS und BOS Regen, zeigte sich von der Idee begeistert. „Wir finden einen Hotelbetrieb“, versprach Landrat Adam. Josef Roider von der Handwerkskammer Niederbayern Oberpfalz berichtete von einem Wettbewerb, bei dem Schüler hochmotiviert Werkstücke anfertigen. „Da bekommen auch solche Schüler Selbstbewusstsein, die in Englisch und Mathe nicht so gut sind“, betonte er. Regionalmanager Waldemar Herfellner nahm die Ideen für seine Arbeit auf. Er hat ein weiteres arbeitsreiches Jahr vor sich. „Gemeinsam wollen wir den Landkreis voranbringen“, kündigte er an.
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